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Gedanken zum Social Web mit B2B-Fokus

B2B Social-Media-Konzept

Lange glaubten B2B-Unternehmen, dass das „Mitmach-Web“ mehr den Kollegen im B2C-Bereich nutzt. Spätestens nachdem die ersten „Shitstorms“ auch über B2B-Unternehmen hereinbrachen, ist klar: Das Social Web und die dadurch ermöglichten Interaktionen können nicht ignoriert werden. Es ist kein vorübergehender Trend. Es kann schaden, wenn es nicht professionell genutzt wird. Und vor allen Dingen: es birgt ein enormes Geschäftspotenzial!
  1. Social Media ermöglicht wichtige Anknüpfungspunkte, die essentiell sind im B2B-Verkaufsprozess (Vertrauen, Reputation, Know-how).
  2. Mittels Social Media können Kontakte in Unternehmen geknüpft werden, die sonst schwer erreichbar sind.
  3. Viele Beschäftige im B2B-Bereich netzwerken schon aktiv. 
  4. Know-how und “thought leadership” werden über Social-Media-Plattformen sichtbar.
  5. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei Social-Media-Maßnahmen ist sehr vorteilhaft, insbesondere verglichen mit klassischen Marketing-Aktivitäten.

Mithilfe von Social Media kann eine persönliche und authentische Kommunikation mit Kunden, Interessenten, Partnern und Bewerbern stattfinden. Entscheidend dafür ist, die Kanäle zu finden, auf denen sich die Unternehmens-relevanten Zielgruppen befinden. Einen langfristigen Erfolg erzielt ein Unternehmen nur dann, wenn es planvoll mit Social Media umgeht. Grundlage dafür ist die Ausarbeitung einer entsprechenden Strategie. Einzelne spontane Aktivitäten haben im Netz keine Chance. Sie versanden.

Die Komponenten eines Social-Media-Konzepts

Analyse der Ausgangslage

Die Marke: Wenn beim Blick auf die eigene Unternehmenskultur der Fokus auf der Kommunikation liegt, wird damit die Brücke zu einem möglichen Social-Media-Engagement geschlagen. Unternehmen mit einer klar definierten Markenarchitketur profitieren von ihrer Vorarbeit.

Ist-Zustand im Web 2.0: Gibt es schon Unternehmensbereiche, die sich mit Social Media befassen? Ein Überblick über die schon bestehenden Social-Media-Aktivitäten ist dabei hilfreich. Auf welchen Plattformen bewegen sich die eigenen Mitarbeiter, wo ist der Wettbewerb? Diese Untersuchung könnte beispielsweise in eine SWOT-Analyse münden – ein wunderbares Werkzeug zum Abbilden eines Status Quo.

SWOT_Analyse

Aus der SWOT-Analyse können direkt Maßnahmen für ein Social-Media-Konzept abgeleitet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Strategie

Mit der Social-Media-Strategie werden die Unternehmensziele klar definiert. Sie ergänzt den Mix der strategischen Maßnahmen, indem untersucht wird, wie Social-Media-Aktivitäten zu den definierten Unternehmenszielen beitragen können. Sie besteht aus der Definition der Ziele, der Wahl der Plattformen, der Maßnahmen, einem Zeitplan und dem Monitoring.

Analyse, Ziele und Maßnahmen eines B2B-Konzepts

Bei den Maßnahmen werden Plattformen zugeordnet, die ein Ziel dominierend aber nicht ausschließlich unterstützen. Die Wirkung von Maßnahmen beschränkt sich nie auf nur ein Ziel.

Definition der Ziele

Klassische Ziele im B2B-Bereich sind beispielsweise:

  • Sichtbarkeit erhöhen
  • Arbeitgebermarke prägen
  • Personal akquirieren
  • Kommunikationsdichte erhöhen
  • Kompetenzen der Mitarbeiter zusammenführen
  • Reputation aufbauen
  • Positionieruung als Knowledge Leader
  • Kundenkontakte generieren, pflegen oder wieder beleben
  • Geschäfte (Leads) generieren

Plattformen wählen

Kriterien für die Plattformwahl sind stark abhängig von den Zielen. Durch einfache Analysen findet man schnell heraus, welche Plattformen Kunden, eigene Mitarbeiter, potentielle neue Mitarbeiter oder Partner nutzen. Das sind dann die möglichen Kommunikationsplattformen. Relevante Hosting-Plattformen sind dort, wo sich schon eigene Unternehmens-Inhalte befinden (Filme, Vorträge, Bilder, Artikel, Angebote, White Papers) oder die vom Wettbewerb bevorzugt werden.

Klassische Web 2.0-Kanäle eines B2B-Unternehmens. Die eigene Webseite bildet das Dach über allen digitalen Plattformen.
B2B Social-Media-Plattformen

Klassische Web 2.0-Kanäle eines B2B-Unternehmens. Die eigene Webseite bildet das Dach über allen digitalen Plattformen.

Maßnahmen planen

Die Maßnahmen müssen bereichsübergreifend geplant werden und werden an die Eigenheiten der jeweiligen Plattformen angepasst. Spätestens hier wird auch sicher immer deutlicher, welcher zusätzlicher personeller Bedarf entsteht.

Dieser Bereich ist extrem umfangreich. Er wird maßgeblich von den bestehenden Inhalten getrieben.

Zeitplanung

Wesentliche Etappen für die Umsetzung und Implementierung der Social-Media-Präsenz werden hier bestimmt. Darüber hinaus kann auch ein erster Mediaplan entworfen werden. Damit wird deutlich, ob genügend Inhalte für die diversen Kanäle zur Verfügung stehen und wie häufig jeweils gepostet wird.

Monitoring

Social-Media-Aktivitäten kosten Geld und Zeit. Welchen Nutzen bringen sie dem Unternehmen? Diese Frage wird durch Kennzahlen beantwortet, die abhängig von den Kanälen und den Zielen festgelegt werden.

Präsentationen zum Aufbau einer Social-Media-Präsenz:

http://www.slideshare.net/talkabout/die-talkabout-sevencsmethode

http://www.slideshare.net/stevenvanbelleghem/the-social-dynamics-model-how-to-integrate-social-media-in-your-company

Digitale Spuren: suchen – finden – steuern

Ego-googeln oder eine Vanity-Search haben für manche ein “Geschmäckle”. Inzwischen wird das vermeintlich eitle Suchen nach sich selbst zur Pflicht. Wer nicht sein digitales alter ego kennt, könnte irgendwann im besten oder auch im schlechten Sinne darüber stolpern. Für Eltern ist das ein Horror-Szenario, alle bläuen ihren Kindern ein, ja keine negativen digitale Spuren zu hinterlassen. “Stell nur das ins Netz, was du auch laut im Supermarkt sagen würdest”, das oder ähnliches predigen wir den heranwachsenden Digital Natives, die häufig in mehreren sozialen Netzwerken aktiv sind. Das A und O sind hier die Einstellungen der Privatsphäre auf den jeweiligen Plattformen!

2007 formulierte es der Kommunikationsberater Klaus Eck in einem Interview mit Benedikt Köhler so (http://bit.ly/w2QDcu): “Wenn Sie sich nicht bewusst mit Ihrer Online-Reputation auseinandersetzen, sind Sie wie eine torkelnde Marionette auf offener Bühne. Andere ziehen Ihre Fäden und vermitteln darüber einen ersten Eindruck von Ihnen.” Das gilt heute noch.

Das Web 2.0 ist nichts anderes als ein großes Empfehlungsnetzwerk. Ähnlich der guten alten Mundpropaganda. Allerdings mit einem enormen Unterschied: Einmal Gesagtes ist nicht flüchtig, es ist wiederauffindbar. Hier spricht sich alles herum. Insbesondere Herausragendes kann sich explosionsartig verbreiten: Cleveres, Übles, Lustiges, Top-Aktuelles, Fachliches – Millionen klicken darauf, der Beitrag wird viral.  Dabei spielen Twitter (als Mittler) und YouTube für Videos oder Slideshare, Foren und Blogs für Texte (als Hosts) eine große Rolle.

Im Social Web werden Informationen gefiltert gesucht. Die Fokussierung ist eine natürliche Reaktion auf die Flut an Wissen und Daten. Das ist eine Chance für Experten . So werden sie von ihrer Interessensgruppe schnell gefunden, gelesen und weiter empfohlen. Wer regelmäßig relevante Beiträge zu einem Thema digital ablegt, erarbeitet sich einen guten Ruf in seiner Community. So eine Person kann sich zu einem “Influencer” entwickeln, einem Referenzpunkt mit einem einflussreichen Netzwerk in seinem spezifischen Umfeld.

Zusätzlich zu www.google.com sind hier noch einige Links, mit denen Sie einen Blick auf Ihre digitalen Spuren werfen können. Leider wird inzwischen Yasni mit Werbung regelrecht zugespamt. Entscheiden Sie selbst, welche Plattform Ihnen gefällt, geben Sie einfach Ihren Namen ein:

www.123people.com

www.yourtraces.com

www.yasni.com

Keine Spuren: schlecht für die Reputation

Relevant ist es auch, wenn es keine oder wenige Spuren von einer Person (oder einem Unternehmen) gibt. In etlichen Kontexten mag das gewollt oder unerheblich sein. Der rasante Absatz mobiler Endgeräte und unser Suchverhalten auf den interaktiven virtuellen Plattformen weisen aber in eine andere Richtung. Menschen sind sozial vernetzte Individuen. Über den virtuellen Raum wird menschliche Nähe geschaffen: das Internet und das Outernet – Virtuelles und Reelles – verschmelzen. Die entsprechenden Technologien entwickeln sich rasant. Augmented Reality spielt dabei eine große Rolle.

Es wird Zeit das Orwell’sche Trauma abzulegen. Weg mit der vagen Angst vor dem Missbrauch einer digitalen Überwachung und Steuerung einer Gesellschaft. Weiter mit der objektiven kritischen Betrachtung. Den Blick auf den Nutzen und die Chancen richten. Die Jasmin-Revolution in Tunesien, ja, der ganze arabische Frühling war möglich durch den Einsatz sozialer Netzwerke – Nachrichtendienste verweisen inzwischen auf Tweets – immer selbstverständlicher.

Wird es zukünftig so sein, dass eher die Person misstrauisch betrachtet wird, zu der es keine digitalen Spuren gibt? Ist das nicht heute schon so? Gewinnen wir nicht alle an Authentizität, wenn unser virtuelles und reelles Bild kongruent sind? Ich selbst vertraue viel schneller Menschen, die ich zunächst beispielsweise über Xing kennengelernt habe. Immer öfter erfahre ich Neues oder Überraschendes von Freunden, Kollegen und Bekannten über Google+, Facebook, Twitter oder Xing. Witzig, aber tatsächlich wahr.

Gleiches gilt für Unternehmen. Wer erfolgreich bleiben will, wer Nähe schaffen will, wer sich positionieren will, muss seinen digitalen Ruf steuern. Über diese Links gewinnen Sie einen ersten Eindruck darüber, wo und wie über die Firma geredet wird:

www.addictomatic.com

www.socialmention.com

Nicht ganz so schnell geht es mit den folgenden Links, dafür sind die Ergebnisse detaillierter:

www.googleanalytics.com

www.socialbakers.com/

Detaillierter werden einige Links auch im www.socialmedia-blog.de beschrieben: http://bit.ly/ycWSmF. Eine einmalige Zusammenstellung von Monitoring Tools ist hier: http://wiki.kenburbary.com/.

Wenn ich heute ein Auftrag an eine mir unbekannte Firma vergebe oder wenn ich einen neuen Job suche, dann mache ich mir zunächst ein digitales Bild über das Unternehmen. Zum Beispiel über www.kununu.com, das Unternehmensprofil bei www.xing.com oder www.linkedin.com. Die Bewertungen hier oder die Art der Unternehmens-Präsenz vermitteln im besten Fall Vertrauen.

Kurz, mittel, lang – Die Lebensdauer von Nachrichten im Social Web

“In der Informationsflut geht mein Beitrag unter”. Oder: “Die Timeline [bei Twitter der Beitragsfluss] schiebt meinen Eintrag schneller nach unten als ich bis drei zählen kann”. Das ist bedingt richtig. Und es trifft dann zu, wenn der Beitrag von den Communities – also von den Nutzern meiner verwendeten Plattform – nicht als relevant eingestuft wird. Solche “Neuigkeiten” werden schlicht überlesen.

Im Social Web scannen Leser mit einer unglaublichen Geschwindigkeit Inhalte. Das geht so: uninteressant, kenne ich, uninteressant, hoppla – das klingt gut, das lese ich, langweilig, kenne ich, oh spannend, muss ich weiterleiten, fade, schon wieder das…

Achtung: Ihr Netzwerk registriert – willentlich oder unwillentlich – wer Interessantes und wer Uninteressantes postet. Kontrollieren Sie Ihre Einstellungen in den Netzwerken. Sie bestimmen, was Ihr Netzwerk erfährt. Wollen Sie alle Statusmeldungen streuen? Oder wollen Sie fokussieren? Das betrifft im beruflichen Umfeld Plattformen wie Xing oder LinkedIn. Viele benutzen diese Kanäle zum Netzwerkaufbau und sammeln dort bereits existierende Kontakte. Später können die Kanäle selbst zum Aufbau der eigenen Reputation genutzt werden. So kommen über den Kanal und das eigene Engagement dort plötzlich neue Kontakte hinzu – Menschen, mit denen man noch gar nicht selbst in einem persönlichen Kontakt stand. Das funktioniert beispielsweise durch ein aussagekräftiges Profil oder durch aussagekräftige Meldungen.

Google+ ist dafür momentan ein wahres Füllhorn zum Kennenlernen von Menschen mit gleichen Faibles und Interessen. Jeder kann Teil einer Interessensgruppe werden, indem er sich einfach den entsprechenden Kreisen (Circles) anschließt.

Ein Mehrwert stiftender oder richtig interessanter Beitrag wird geteilt, weitergeleitet, gemocht, geplust und im besten Fall kommentiert oder diskutiert. Und zwar genau von den Nutzern, die ich inhaltlich erreichen wollte. Volltreffer: ich habe die gewünschte Aufmerksamkeit in meiner Zielgruppe. Mit etwas Glück überwindet der Beitrag Plattformgrenzen. Der ursprünglich geteilte Link auf Google+ kann plötzlich auf Facebook oder Twitter wieder auftauchen. Und wer sich an die Netiquette hält, erwähnt die Quelle oder den Autor.

Damit wird die Dynamik der Social-Media-Kanäle deutlich. Grenzen verschwinden. Das gilt auch für die Lebensdauer von Nachrichten. Auf der Zeitachse gibt es je nach Plattform unterschiedliche Effekte:

Kurzzeit-Effekt (Twitter)

Über Mikroblogging-Plattformen können Informationen gestreut werden. Der Verbreitungsgrad kann sehr hoch sein, vorausgesetzt ich habe viele “Follower” und darunter auch noch die richtigen “Influencer”, das sind Nutzer mit einem großen Netzwerk. Sie sind wichtige Multiplikatoren im Social Web. Wer die “Influencer” aus seinem Themengebiet auf seiner Seite hat, erweitert automatisch seine Reichweite. Beiträge rutschen sehr schnell nach unten und sind schon nach wenigen Stunden im Nirwana verschwunden. Ein Tweet (Twitter-Beitrag) kann durchaus wiederholt werden – das macht dann schon zwei Kurzzeiteffekte…

Mittelfristiger Effekt (Facebook, Google+, Xing, LinkedIn, Blogs)

Nachrichten auf den Kommunikationsplattformen haben eine längere Verfallszeit. Auch hier wirken die gleichen Mechanismen wie oben. Ein “Post” wird wieder nach oben gespült, sobald eine Reaktion von einem Nutzer darauf erfolgt. Kommentare haben eine besonders starke Wirkung. Direkt nach der Veröffentlichung schnellt die Aufmerksamkeit nach oben. Dann flacht sie ab. Sobald jemand “gefällt mir” anklickt, rückt der Eintrag wieder ins Blickfeld. Häufig kommt es zu kuriosen Effekten, wenn ein längst vergessener Eintrag wieder ganz oben erscheint.

Langzeit-Effekt (Slideshare, YouTube, Flickr)

“Das Web vergisst nichts” – ich sehe eine Karikatur von Wilhelm Busch vor mir: Lehrer Lämpel mit erhobenen Zeigefinger vor dem unbedarften Web-Nutzer. Tatsächlich können einmal ins Netz gestellte Nachrichten immer wieder auftauchen. Sehr zum Leidwesen von Opfern eines “Shitstorms”. Im Netz kursieren etliche legendäre “Fails”, das sind Beiträge, die “nach hinten losgegangen” sind. Die verbreiten sich rasend schnell, entwickeln eine ungeheure Viralität. Das führte bei einigen Unternehmen zu massiven Umsatzeinbußen, enormen Reputationsverlust und sogar zu Einbrüchen an der Börse.

Der Homo Digitalis straft schlechtes Verhalten gnadenlos ab: dazu gehört mieser Kundenservice. Im Fall vom Computerhersteller Dell war der Effekt eklatant. Der schlecht behandelte Käufer beschwerte sich in Foren. Die Börsennotierung von Dell ging dann bald nach unten. Heute gehört Dell zu den Vorzeige-Unternehmen im Social Web. Das Unternehmen hat seine Chance wahrgenommen.

Über die digitale Reaktion auf mangelnden Kundenservice kann auch die United Airlines ein Lied singen. Über 11 Millionen Aufrufe hatte dieser unzufriedene Kunde der United Airlines:

http://www.youtube.com/watch?v=5YGc4zOqozo

Aufruf zu Fair Trade – Solidar Suisse hat mit einem George-Clooney-Double den Nespresso-Werbespot parodiert:

http://www.youtube.com/watch?v=GhzHRuhzPSE

Bei solchen Videos greift der von Anderson beschriebene “Long-Tail-Effekt”. Sie sind selbst nach Jahren noch auffindbar und werden immer mal wieder angeklickt. Das betrifft natürlich auch andere Inhalte. Die Sichtbarkeit von manchen eingestellten Inhalten hält sich teilweise auf einem niedrigen aber kontinuierlichem Niveau.

Deutlich wird bei diesen beiden Videos, dass im Netz vor allem clevere oder lustige Posts anerkannt werden. Hier geht es jeweils um intelligent dargestellte Kritik. Das Verhältnis von positiven zu negativen Beiträgen im Netz ist ungefähr 80:20. Das Social Web ist gar nicht so böse wie man glauben könnte. Natürlich gibt es Trolle [Provokateure], ewige Nörgler und Mobbing – diese Auswüchse sind nicht zu beschönigen.

Heißt das im Umkehrschluss das Social Web sei gut?

Richtig oder falsch: Die Plattformwahl.

Sie ahnen es schon – mit nur einer Plattform ist es nicht getan. Am Anfang probiert man ein Netzwerk aus. Häufig ist das Facebook, beruflich ist das Xing oder LinkedIn. Das fängt an richtig Spaß zu machen, wenn dort ein kleines Netzwerk entstanden ist. Spätestens dann lohnt es sich, einen aufmerksamen Blick auf die Möglichkeiten des jeweiligen Kanals zu werfen. Rund 90% der Anwender nutzen ihre Plattform nur zu 5%. Das ist als würde ich mit meinem Ferrari ständig nur 50 km/h fahren. Das geht, das macht auch was her, ist aber schade.

Bevor Sie also souverän Google+, Facebook, LinkedIn, Slideshare, Twitter und Xing synchron bedienen, lohnt es sich unbedingt auszuloten, welches Potential ein Kanal birgt. Einiges lernt man durchs Ausprobieren, anderes von Freunden und Kollegen. Wenn es richtig professionell werden soll, muss eine Schulung her von einem anerkannten Experten.

Als Privatperson finde ich meine Plattform ganz einfach. Ich gehe dahin, wo sich meine Freunde, Verwandten, Sportkameraden tummeln.

Und was macht ein Unternehmen? Es geht dorthin, wo seine Zielgruppe ist. Hilfreich sind Antworten auf folgende Fragen:

  • Wo ist die Konkurrenz aktiv?
  • Welche Kanäle benutzen die eigenen Mitarbeiter?
  • Auf welchen Plattformen sind Inhalte des eigenen Unternehmens?
  • Wo sucht Ihre Zielgruppe nach Ihnen?

Natürlich können die Zielgruppen auch direkt gefragt werden.

Inpromo bietet eine schöne allererste Entscheidungshilfe mit dem Social Media Planner – http://www.socialmediaplanner.de/. Hier geben Sie einfach 3 Parameter ein und das Wirrwarr der unzähligen Kanäle lichtet sich innerhalb von Sekunden:

Wer es professionell haben will, beauftragt ein Monitoring-Unternehmen. Das erarbeitet zusammen mit dem Kunden eine solide Grundlage für eine systematische erste Recherche im Web. So eine “Null-Messung” ist ein solides Fundament, um ein eigenes Social-Media-Konzept zu entwickeln.

Später dann, wenn man richtig aktiv ist, spielt Social Media Monitoring eine wichtige Rolle. Damit werden alle Beiträge und Dialoge in Diskussionsforen, Weblogs, Mikro-Blogging-Plattformen und Social Communitys systematisch beobachtet. Auch hier ist das Angebot an entsprechenden Software-Tools immens.  Auf diesem Wiki ist eine hervorragende Übersicht mit Angabe, ob es sich um ein kostenloses oder bezahltes Tool handelt.

http://wiki.kenburbary.com/social-meda-monitoring-wiki

In der Regel wird es immer einen Mix aus mehreren Plattformen geben. Sie entwickeln jeweils eine unterschiedliche Dynamik. Dazu mehr im nächsten Artikel.

Alle reden von Social Media

Was bitte ist so aufregend an Facebook, Twitter und Co? Seit nunmehr zwei Jahren erhalte ich ständig Informationen zu Veranstaltungen rund um “Social Media”. Auf einmal tauchen auf allen Webseiten diverse Icons auf mit der Aufforderung mich zu verlinken. Warum? Was habe ich davon?

Hektik bricht aus in vielen Unternehmen. Alle wollen irgendwie dabei sein. Das Gerücht kursiert inzwischen sogar, dass alle jene von der Bildfläche verschwinden, die sich keine digitale Präsenz in den nächsten 5 Jahren aufgebaut haben.

Wenn das mal kein guter Grund ist, hinein zu schauen in das Social Web. Nur Mut – es bereichert, regt an, fasziniert – je nach Temperament.

Eines der Bücher, die mich anfangs überzeugten ist “Socialnomics” von Erik Qualman. Und er ist auch der Autor des Videos, das ich jeden als Einstieg empfehle zu schauen: 2min35sec – unterhaltsam.

http://www.youtube.com/watch?v=3SuNx0UrnEo

Warum Social Media unsere Lebensweise und unsere Arbeitsweise ändert wird in dem Buch beschrieben. es ist herrlich amerikanisch geschrieben – angenehm zu lesen, mit vielen Beispielen aus dem echten Leben. Nach jedem Kapitel folgt eine Liste der behandelten Schwerpunkte – eine gute Zusammenfassung, die dann später beim Nachschlagen hilft.

Unser Kommunikationsverhalten ändert sich tatsächlich und mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit. Ich selbst bin wahrlich “alte Schule” und wurde gern liebevoll von meinen jüngeren Kollegen geneckt, wenn es um meine digitlae Naivität ging. Ich liebe meine Bücher, sie liegen überall herum. Ich schmökere ständig und an allen Orten – da macht nie ein Akku schlapp – schlimm ist es nur, wenn ich meine Brille verlegt habe.

Dennoch verbringe ich zusätzlich immer mehr Zeit am Laptop und mit dem SmartPhone.

Was ist nun neu? Neu ist, dass wir nicht mehr einfach zugeschüttet werden mit Informationen. Jetzt reden wir mit, unsere Meinung zählt. Gleichzeitig hören wir auch die anderen und können miteinander reden. Von jeden Ort aus, zu jeder Uhrzeit. Angenehm! Genau das ist der Grund für den Erfolg des “Mitmach-Webs” – es erfüllt unser  Grundbedürfnis nach Aufmerksamkeit: wir brauchen die Resonanz, wir wollen soziale Interaktion.

Und wo geht das? Im Social Media Prisma von Brian Solis werden die digitalen Orte gebündelt – Ethority hat das für Deutschland adaptiert. Das Prisma ist eine Momentaufnahme. Die Welt der Social-Media-Kanäle ist sehr dynamisch:

Übersicht über die Konversations-Kanäle im Web 2.0.

Haben Sie Ihren Kanal gefunden? Es wird deutlich, warum alle von Social Media reden – irgendwie ist jeder “drin”. Aktiv oder – richtig – passiv. Geben Sie doch mal ihren Namen in eine Suchmaschine ein. Oder auf einer der Plattformen, die unter “Reputation” gelistet sind: yasni. de, pipl.com.

Oder geben Sie einmal Ihre Firma ein unter http://socialmention.com.

Die Frage ist inzwischen nicht mehr, ob man digital mitmischen möchte oder nicht. Die Frage ist vielmehr, wie aktiv man das selbst steuern mag. Als Privatperson kann man darüber geteilte Meinung sein – das gibt Stoff für wunderbare Diskussionen.

Wen Zahlen überzeugen, sollte einen Blick auf “The Count” werfen – hier wird in Echtzeit die Anzahl der weltweit stattfindenden digitalen und analogen Interaktionen angezeigt – sehr beeindruckend – vergleichen Sie die Zahlen, indem Sie auf “Heritage” klicken, wo die klassischen Kanäle angezeigt werden.

http://www.personalizemedia.com/the-count/

Als Unternehmen ist die Wahl häufig einfach: Diese sollten ihren digitalen Ruf selbst steuern. Und wenn sie es systematisch angehen, werden sie alle davon profitieren.

Wie das geht ist Gegenstand dieses Blogs. Ich teile hier mein Social-Media-Wissen in den folgenden Blog-Beiträgen.

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